Unser Rundgang in Schafhausen – Brunnen und historische Gebäude

Das alles hat die 3. Klasse im letzten Schuljahr über Schafhausen erfahren:

  1. Treffpunkt Schäferbrunnen am Rathaus

Am Rathaus siehst du eine Tafel. Abgebildet ist das Wappen von Schafhausen. Es zeigt ein Schaf mit einem Stab auf grünem Grund. Früher befand sich im Rathaus die Schule. Der Pausenhof war zwischen Rathaus, quer über die Straße bis zur Pfarrmauer. Die Kastanie am Rathaus und die Linde am Pfarrhaus waren schon vor 60 Jahren da und spendeten den SchülerInnen Schatten.

Der Brunnen besteht aus einer Schäferfigur mit Stab, dem Hund, einem großen Schaf und einem Lamm. Der Brunnen bekommt sein Wasser aus der Quelle bei der Mühle.

  1. Pfarrhaus

Gegenüber der Schule ist das alte Pfarrhaus. Im Garten ist ebenfalls ein Brunnen. Es ist ein Pumpbrunnen. Früher hatte der Pfarrer auch Landwirtschaft mit Tieren (Kühe, Hühner…). Bei der Arbeit mit den Tieren half der Pfarrersfamilie ein Knecht und eine Magd. Der Pfarrmauerkeller (Eingang gegenüber dem Eingang des Gemeindehauses) ist wie ein Kühlschrank. Er hält bei der größten Hitze Getränke kalt.

  1. Friedhof

Am Friedhofsausgang findet man auch einen Brunnen. Er stand bis vor wenigen Jahren vor dem Rathaus. Auch er bekommt sein Wasser aus der Quelle. Das Kriegerdenkmal listet Namen von „gefallenen“ Soldaten aus Schafhausen auf. Sie wurden getötet vor vielen Jahren. Der alte Schäferwohnwagen befindet sich im Tal unterhalb des Friedhofs.

  1. Mühlenbrunnen und Würm

Am Mühlenbrunnen an der Würm kann man Wasser für den Garten kostenlos holen. Auch er bekommt es aus der Quelle. Der Bach hatte früher einen anderen Verlauf. Er floss an der Mühle vorbei, damit das Wasser das Mühlrad antreiben konnte. Das Mühlrad trieb die Mühlsteine an. Zwischen den Steinen wurde das Korn gemahlen. Am flachen Wasser spielten früher viele Kinder. Im Winter liefen sie Schlittschuhe oder spielten Eishockey.

Schaut man von der Mühle aus quer über die Straße nach Dätzingen, war dort früher der Eissee. Dort holte man das Eis um das Bier zu kühlen. Es gab nämlich eine Brauerei in Schaffhausen. Dort wurde Bier gebraut. Neben der Mühle war ein kleines Häuslein, das „Arrestle“. Dort mussten Fremde über Nacht hinein und durften erst am nächsten Morgen wieder heraus. Sie sollten nachts keinen Unfug machen. Es war wie ein kleines Gefängnis.

  1. Bahnhofsbrunnen beim Gemeindehaus und Backhaus

Im Garten des Gemeindehauses ist der Bahnhofsbrunnen. Er bekommt das Wasser auch aus der Quelle bei der Mühle. Früher stand er oben beim alten Bahnhofsgebäude und jeder Reisende konnte daraus trinken.

  1. Backhaus

Im Backhaus kann man auch heute noch Brot und Kuchen backen. Zuerst muss man viele dünne und dickere Äste („Reisig“) sammeln und trocknen lassen. Das Holz braucht man, um Feuer im großen Backofen zu machen. (ungefähr 3 Büschel Reisig und noch dickere Äste pro Backgang). Wenn das Feuer brennt, muss man die Kaminklappen öffnen, damit der Rauch durch den Kamin abziehen kann. Man muss eine bis eineinhalb Stunden warten, bis alles verbrannt und der Ofen richtig heiß ist. Dann muss die Glut und Asche mit einem Schieber vorne in eine Auffangklappe geschoben werden. Jetzt den Ofen noch ausfegen, damit alles sauber ist, bevor man die Brote/Kuchen hineinschiebt. Es passen 30 Brote und 15 Kuchenbleche hinein. Brote sind nach ungefähr einer Stunde fertig, Kuchen backen circa 20 min. Im Aschebehälter findet man die Asche und kann sie, sobald sie kalt ist, ausleeren.

  1. Zehntscheuer

Der Abschluss unseres Rundgangs durch das Dorf war in der Zehntscheuer. Sie ist ein riesiges altes Steinhaus mit zwei hohen Toren. Sie wurde 1801 gebaut. Früher gehörte Schafhausen zum Kloster Hirsau. Alle Bauern mussten von ihrer Ernte den zehnten Teil für das Kloster abgeben. Das alles wurde dann in dieser großen Scheune gelagert. Mit Ochsen- oder Pferdefuhrwerken wurden die Sachen dann nach Hirsau gefahren. Heute ist die Zehntscheuer ein kleines Heimatmuseum. Man kann viele Geräte anschauen, die die Leute in Schafhausen für ihre tägliche Arbeit brauchten (z.B. Schaltkarre, Schmiedeamboss…).

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Früher gab es einen beliebten Maischerz: Während der Bauer im Gasthaus feierte, zerlegten junge Männer seinen Heuwagen in Einzelteile, trugen diese unters Scheunendach und bauten sie oben wieder zusammen. Dann füllten sie den Wagen mit Mist. Am nächsten Morgen musste der Bauer mühsam den Mist ausladen, den Wagen wieder zerlegen, alles hinunter tragen und unten wieder zusammen bauen!

Der Rundgang war sehr interessant, wir haben viel gelernt, und die Getränke aus dem Pfarrmauerkeller waren herrlich kalt an diesem heißen Sommermorgen.

Vielen Dank an Fr. Lück, Herrn Gall und Herrn Hofmayer vom Heimatverein!

Die Schüler, Eltern und Lehrer der 4. Klasse